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Budgetberatung für Ihr tatsächliches Einkommen

Hinter den Kulissen: Wie eine Budgetberaterin mit echten Zahlen arbeitet

Sarah Fischer berät seit fünf Jahren Menschen mit unregelmäßigem Einkommen. Ihre Klienten sind Selbstständige, Kommissionsverkäufer, Saisonarbeiter. Sie hat uns drei anonymisierte Fälle gezeigt und erklärt, wie sie vorgeht.

Fall eins: Der Freelancer ohne System

Ein Webdesigner, 34 Jahre alt, verdient zwischen 2.800 und 5.200 Euro monatlich. Er kam zu ihr, weil er trotz guter Monate immer wieder ins Minus rutschte. Das Problem war nicht das Einkommen, sondern das Timing.

Er bezahlte alle Rechnungen sofort, wenn Geld auf dem Konto war. Dann kamen zwei schwache Monate, und die Miete konnte er nicht mehr bezahlen. Sarah baute mit ihm ein Vier-Konten-System auf: Eingang, Fixkosten, Variables, Puffer.

Jede Zahlung vom Kunden geht auf das Eingangskonto. Einmal pro Woche überweist er feste Beträge auf die anderen Konten. Das Fixkosten-Konto sammelt genug für drei Monate im Voraus. Das funktioniert seit acht Monaten ohne Probleme.

Fall zwei: Kommissionsbasiertes Gehalt

Eine Vertriebsmitarbeiterin verdient 1.800 Euro Grundgehalt plus Provision. Die Provisionen schwanken zwischen 400 und 2.100 Euro monatlich. Ihr größtes Problem: Sie konnte nie sicher planen, ob sie sich größere Anschaffungen leisten konnte.

Sarah ließ sie sechs Monate lang alle Einnahmen und Ausgaben dokumentieren. Dann berechneten sie das durchschnittliche Gesamteinkommen: 3.200 Euro. Die Fixkosten lagen bei 1.650 Euro. Der Rest wurde aufgeteilt: 800 Euro variables Budget, 750 Euro Sparrate.

In Monaten mit niedriger Provision greift sie auf den Puffer zurück. In Monaten mit hoher Provision füllt sie ihn wieder auf. Das Template dafür ist ein einfaches Google Spreadsheet mit fünf Spalten und bedingter Formatierung.

Fall drei: Saisonale Schwankungen

Ein Landschaftsgärtner verdient von April bis Oktober zwischen 3.500 und 4.800 Euro. Von November bis März nur 1.200 Euro Arbeitslosengeld. Klassische Budget-Ratgeber helfen hier nicht weiter.

Sarah rechnete mit ihm das Jahreseinkommen aus: etwa 33.000 Euro. Geteilt durch zwölf ergibt das 2.750 Euro monatlich. In den guten Monaten legt er alles über 2.750 Euro zur Seite. In den schlechten Monaten hebt er den Differenzbetrag ab.

Das klingt simpel, aber er brauchte Disziplin. Im ersten Jahr funktionierte es nur halb, weil er im Sommer zu viel ausgab. Im zweiten Jahr hatte er im November erstmals genug Rücklagen für die gesamte Winterpause.

Welche Tools sie nutzt

Für die Analyse nutzt Sarah ein selbst entwickeltes Excel-Template. Es berechnet automatisch Durchschnittswerte, Schwankungsbreiten und empfohlene Pufferhöhen. Für die laufende Verwaltung empfiehlt sie entweder Google Sheets oder YNAB, je nachdem, ob jemand lieber kostenlos und flexibel oder geführt arbeiten möchte.